Reges Interesse beim 1. AJW-Treffen in Albstadt-Truchtelfingen

„Wir müssen den DARC retten!“, so begrüßte Erhard Blersch, DB2TU, Referent für Ausbildung, Jugend und Weiterbildung AJW im Distrikt Württemberg die 28 Teilnehmer aus den Distrikten P und T, auch im Namen von Axel Tüner, DF9VI. Die weiteste Anfahrt hatten die OM’s aus den OV’s Heilbronn, Taubertal-Mitte und Illertal.

v.l. Erhard, DB2TU und Axel, DF9VI

„Hier unten an der Basis wird die Jugendarbeit geleistet und hier gehört auch mehr Geld hin“, so Erhard weiter. Um trotzdem die Kosten zu decken, war man bei verschiedenen Firmen vorstellig, von denen immerhin fünf die Jugendarbeit des OV Albstadt P34 finanziell unterstützten. Zur Zeit habe man 17 Jugendliche in zwei Gruppen, mit denen verschiedene Bastelprojekte umgesetzt werden. Angefangen von Schaltungen in Reißnageltechnik bis hin zum Arduino-P34-Roboter. Man nehme regelmässig am „Tag der Technik“ in Albstadt teil und geniesse dadurch auch die Unterstützung und Anerkennung der Stadt. Voraussetzungen für die Jugendarbeit sei, daß man über geeignete Räumlichkeiten verfüge. Ein OV, welcher einen eigenen Clubraum hat, kann sich glücklich schätzen. Aber auch an Schulen könne man herantreten oder in Vereinshäusern nach Räumen fragen. Jugendliche interessieren sich vorrangig weniger am Amateurfunk, stehen aber dem Elektronikbasteln sehr aufgeschlossen gegenüber. Damit das Interesse daran nicht nachlässt, sollte man die Bastelabende oder Nachmittage regelmässig alle zwei Wochen durchführen. Zwei bis drei Stunden seien ausreichend, falls es länger geht, lässt auch mal schnell die Konzentration der Jugendlichen nach. Erhard gab noch Hinweise, Tipps and Anregungen zu Schul-AG’s und untermauerte dies anhand von Dokumenten und Beschreibungen.

Anschließend erläuterte Joachim Schwiderski, DL6JS, den Anwesenden, wie die Jugendarbeit im OV Balingen P30 umgesetzt wurde. Es gibt eine Bastelgruppe, die sich alle

Joachim, DL6JS, über die Jugendarbeit im P30

vier Wochen im Clubraum des OV’s im Feuerwehrgerätehaus in Balingen-Weilstetten trifft. Die Gruppe umfasst bis zu zehn Kinder, welche als Projekte bereits eine amerikanische Alarmsirene, einen Fuchsjagdsender und einen Roboter gebaut haben.Teilweise sind die Jugendlichen in den Ortsverband als Mitglied eingetreten. Man nimmt an den Balinger Ferienspiele teil und bekommt als Verein, der in der Jugendarbeit aktiv ist, von der Stadt einen kleinen finanziellen Betrag zur Unterstützung. Das Verhältnis zur Stadt Balingen ist seit Jahren sehr gut. Die Jugendlichen erhalten nach den Bastelprojekten, bei denen auch die theoretischen Kenntnisse der Elektrotechnik vermittelt werden, den sogenannten „Qualipass„. Dieser ist ein Projekt der Jugendstiftung Baden-Württemberg, um erworbenes Wissen nachzuweisen und ehrenamtliche Tätigkeit zu würdigen.

Horst Wolf, DJ6KO, betreut zwei Elektronik-AG’s an einer Realschule. Horst, Gründungs-OVV von P30, erläuterte seine Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften und stellte die dort gefertigten Bastelprojekte vor. Auch konnte man seine Arbeitsunterlagen durchsehen, welche er durch die Reihen durchgehen lies.

Etwas verspätet erschienen der stellvertretende Distriktsvorsitzende Michael Burgmaier, DH8BM, und Odette Lessing, DO1GLO, die etwas gesundheitlich angeschlagen waren. Michael ergriff das Wort und dankte den beiden Referenten Erhard und Axel für ihr Engagement in Sachen Jugendarbeit im Distrikt P. Er stellte nochmals die Notwendigkeit des Referats heraus, insbesondere die Nachwuchsgewinnung für die Zukunft des DARC.

Nach der Mittagspause stellte Karlheinz Schneider, DL6SDZ, die Jugendarbeit im OV Wendlingen P47 vor. An den Bastelabenden wurden unter anderem  ein elektronischer Galgen, eine Seifenblasenmaschine mit Schrittmotor und ein Mittelwellen-Radio gebaut. Aktuell ist man dabei, eine Wetterstation komplett selbst zu bauen, die später an einem festen Platz Daten liefern soll.

Die Ortsverbände Achalm P60 und Tübingen P12 bestreiten seit Jahren diverse Aktivitäten zusammen. Hierüber berichtete AJW-Referent Axel Tüner, DF9VI, in seiner Vorstellung zur Jugendarbeit. Es gibt eine Mikrocomputer-AG, in der eine Vielzahl von Anwendungen umgesetzt wurden, u.a. ein Frequenzzähler bis 1 GHz, ein Morse-Generator und eine GPS-Uhr mit Call-Anzeige.

Dieter Zimmermann, DL2RR, vom OV Ermstal P31 berichtete über die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, an der seit einigen Jahren Bastelkurse angeboten wurden. Das Team besteht aus maximal sieben Betreuern, von denen drei bis vier immer in der Gruppe tätig sind.

Der Ortsverband Illertal T16 geht einen etwas anderen Weg. Werner Schott, DL9SED, erklärte das Morsespiel, bei denen die Jugendlichen spielerisch sich Kenntnisse aus der Elektrotechnik und dem Amateurfunk aneignen. Dies macht denen derart viel Spaß, daß diese äußerst gut gelaunt nach Hause gehen. Aber es gibt auch Bastelprojekte, wie das Holzbrettradio, welches komplett selbst gebaut wurde.

Udo Tillmann, DJ5UO, aus dem OV Heilbronn P05 erklärte, daß es keine eigene Jugendgruppe gibt. Ab September sei geplant, einen Kurs zur Erlangung einer  Amateurfunkgenehmigung der Klasse E anzubieten.

Auch in Rottweil gibt es keine Jugendgruppe und Jugendarbeit im eigentlichen Sinne wird zur Zeit auch keine durchgeführt. Joachim Harteker, DG2GBZ, des OV Rottweil P10 erläuterte aber, daß man anhand durch die Teilnahme der in Rottweil stattfindenden Ausbildungsmesse „Starter“ Interessenten gewinnen konnte. In der Vergangenheit konnte so jeweils ein Lizenzkurs durchgeführt werden. Aktuell seien sieben jugendliche Lizenzanwärter zur Klasse E im Kurs. Prüfung soll auf der Ham Radio sein. Vor zwei Jahren startete man sofort mit der Klasse A, musste aber feststellen, daß die technische Hürde für Nichttechniker sehr hoch ist. Deswegen würde Joachim die Einführung der Klasse K begrüssen. Für die Zukunft müsste man prüfen, ob es möglich sei, Jugendarbeit im Sinne einer Bastelgruppe, einzurichten. „In der Vergangenheit haben wir ein wenig Glück gehabt mit unseren neuen Lizenzen“, so Joachim, DG2GBZ.

Abschliessend wurden noch verschieden Punkte angesprochen. Unter anderem wäre es sinnvoll eine zentrale Informationsquelle zu haben, von der man sich weiterführende Hinweise und Daten holen könnte. Erhard fragte in Runde, was Axel und er konkret noch tun sollen oder könnten für die Amtsträger in den OV’en. Die Anwesenden waren aber hinsichtlich der Durchführung der Veranstaltung und den dort erlangten Hinweisen und Hilfen mehr als zufrieden.

Joachim, DL6JS, unterstrich nochmals die bereits erwähnte zu geringe Wertschätzung der Jugendarbeit in den Ortsverbänden durch den Dachverband und wünschte sich von deren Seite deutlich mehr Unterstützung.

Erhard informierte noch über verschiedene Termine im diesen und nächsten Jahr. Bei der Lehrerfortbildung in Ulm werde man vor Ort sein und mit dem AATIS e.V. gemeinsam ein Programm anbieten. Ansonsten war Erhard und Axel mehr als positiv überrascht von dem großen Zuspruch, den Sie an diesem Tage erhalten hatten. Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung machten am Abend sich alle wieder auf den Heimweg.

Teilnehmer des 1. AJW-Treffen im Distrikt P in Truchtelfingen

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